Vorwort des Präsidiums
Sehr geehrte Versicherte
Liebe Leserinnen und Leser
Höhenflug dank Vernunft. Mit 112,3 Prozent weist die Pensionskasse SRG SSR (PKS) den höchsten Deckungsgrad in ihrer 19-jährigen Geschichte aus. Zwar hat die PKS die Wertschwankungsreserve noch nicht vollständig gebildet, doch über das erreichte Zwischenziel von einem Deckungsgrad über 110 Prozent dürfen sich alle Beteiligten freuen. Die Versicherten im Beitragsprimat profitieren deshalb von einer Gesamtverzinsung von 4 Prozent: 3 Prozent ordentliche Verzinsung plus ein ausserordentliches Prozent. Es handelt sich um den höchsten gewährten Zinssatz seit dem Primatwechsel im Jahr 2014. Jedes Kassenmitglied mit Zugang zum SAP-Portal wird selbst feststellen, wieviel diese Zinsgutschrift in Franken tatsächlich ausmacht. Das Jahr 2021 zeigt deutlich, dass das System der 2. Säule hält, was es verspricht.
Dieser erfreulichen finanziellen Lage steht eine solide Bilanzierung der Vorsorgeverpflichtungen gegenüber. Die schrittweise Senkung des technischen Zinssatzes von 4 Prozent im Jahr 2013 auf 1,5 Prozent Ende 2021 belegt die vernünftige Vorgehensweise des Stiftungsrates in den letzten Jahren: Dank kleiner Schritte, sowohl beim technischen Zinssatz als auch beim Umwandlungssatz, konnte die Sollrendite des Leistungsplanes auf das erforderliche Niveau gebracht werden. Die notwendige Anpassung des leistungsdefinierenden Umwandlungssatzes – von 6,15 Prozent im Jahr 2014 auf 5 Prozent per 1. Januar 2021 – wurde mithilfe gezielter Abfederungsmassnahmen ausgeglichen.
Die seit 2017 getätigten Investitionen in die Digitalisierung der Geschäftsstelle haben sich als richtig erwiesen: Zwei Jahre Pandemie haben den normalen Betrieb der Pensionskasse nicht beeinträchtigt. Zusätzliche Dienstleistungen für die Versicherten, die als Notlösung eingerichtet wurden, zählen nun zum festen Angebot der Geschäftsstelle. Die Online-Beratungen dienen als Ergänzung zu den bisherigen Vor-Ort-Begegnungen, so dass Versicherte auswählen können, in welcher Form die Beratungen stattfinden.
Sich nun zurückzulehnen wäre verfehlt. Seit dem Jahresbeginn hat sich die Welt verändert. Der Ukraine-Krieg hat – neben dem unerträglichen Menschenleid – eine neue Unsicherheitsära eingeläutet. Die direktesten Folgen für unsere Pensionskasse sind eine spürbare Korrektur der Aktienmärkte im ersten Quartal sowie eine allgemeine Zunahme der Volatilitäten. Die Rückkehr des Zinsniveaus in den positiven Bereich sowie die ersten Inflationszeichen stellen uns vor Herausforderungen, denen wir seit längerem nicht mehr begegnet sind. Eine Zinserhöhung ist für Pensionskassen zwar mittelfristig positiv, kurzfristig belastet sie die Bewertung der Obligationen, unserer wichtigsten Anlagesparte, stark. Zudem hätte eine Teuerung mehrere Auswirkungen, darunter einen direkten Einfluss auf die Kaufkraft unserer Rentenbezüger:innen. Genau diesen Themen wird sich der Stiftungsrat im Jahr 2022 widmen, unter anderem während des Strategieworkshops im Juni. Im gleichen Rahmen werden wir auf die Expertise unserer Berater:innen zählen können.
Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns bei den Gremiumsmitgliedern, dem Geschäftsführer und den Mitarbeitenden der PKS-Geschäftsstelle bedanken. Die einen engagieren sich mit Kompetenz und Leidenschaft für die PKS in der strategischen Führung und die anderen bei der operativen Umsetzung.
Nun wünschen wir Ihnen viel Vergnügen beim Surfen durch den digitalen Jahresbericht 2021.
Herzlich grüssen Sie
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Piero Cereghetti
Präsident des Stiftungsrates
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Jean-Marc Juilland
Vize-Präsident des Stiftungsrates